Debut-album by this band from Berlin. Post-Emo era Indie- Rock. Pretty similar to bands like Monochrome, but with more reduced sound and song-structures, and all (female) vocals in English. 8 songs, including a cover-version of "Just Like We Breakdown" by Hot Chip, with a download-coupon included.
Review by X-Mist
Das Cover des Radio Burroughs-Debüts ist mit dem eingearbeiteten roten Bindfaden ein echter Hingucker. Hier beweist die aus Berlin und Leipzig stammende Band Liebe zum Detail, und auch musikalisch kann das Quintett überzeugen. Die Vergangenheit der Musiker im Post-Hardcore/Screamo wird auf The Principles Of Hope Or Hybris in wenigen Momenten offenbar, doch ist die Gruppe längst im emotionalen Indie-Punk angekommen, der sich nicht davor scheut, auch schon einmal poppig zu wirken. Der Dualismus aus Melancholie und Emotionalität erinnert an die Berliner Kollegen von Grizou, aber auch an etablierte Kapellen wie Raketenhund, Turbostaat, Boxhamsters und Muff Potter. Eine Prise des amerikanischen DC-Sounds ist ebenfalls auszumachen. Radio Burroughs treten als reife, reflektierte Band in Erscheinung, die klare Vorstellungen vom eigenen Sound hat, sich aber dennoch die nötige
Lockerheit bewahrt hat, diese natürlich umzusetzen. Es ist nur vorteilhaft, dass The Principles Of Hope Or Hybris niemals sperrig oder verkopft angelegt ist. Die souveräne und markante Frontfrau Janett Bielau und ihre Kollegen beschränken sich in der Entwicklung ihrer Stücke auf wesentliche Stränge und stimmige Dynamiken. Der eine oder andere wüste Ausbrechpart, auf den man als Hörer immer wartet, hätte dem Debüt sicherlich noch gut getan, doch Radio Burroughs setzen sie ganz bewusst nicht. Die Berliner/Leipziger arbeiten viel lieber versteckte Melodien und eingängige Hooklines ein. Auch das hat etwas und führt zu einem gelungenen Debüt. Freunde gefühlsbetonten Indie-Punks sind hier genau richtig. Die 12 Inch kommt mit Download-Code.
Review by Music-Scan
Mit diesem seltsam-schwammigen Palindrom Pop ist das so ´ne Sache. Was mal garstig und widerspenstig Neues proklamierte, Fragen stellte, Verkalktes aufbrach, wabert heute vor abnickenden und einschlafenden Berlin-Mitte-Boys durch die Tanzflure und Ikea-Wohnzimmer, eingeklemmt im Flimmern und Rauschen zwischen der Media-Markt-Werbung und der Telefonwarteschleife des Pizza-Bringdienstes.
Pop, Pop, Pop. Wie schielen gemeinsam auf the next new thing. Und dennoch: Radio Burroughs sind so verdammt Pop. Und so verdammt gut aussehend dabei. So verdammt smart im Umgang damit. Denn trotz Mut zur Eingängigkeit und zur Melodie, zerstören Radio Burroughs die Idylle immer wieder, bewegen sich kurz vor dem Ausbruch, am Rande zur Distortion. Auch textlich ist das ganz weit weg von dem, was sich heute so Pop schreit: "You know it´s true, we make mistakes, but we are human and not an error." Radio Burroughs schmieren keine Parolen an Wände, sondern fragen: "Do you function? Do you fit in the shape?". Und immer wieder finden sich Referenzen - gesanglich, instrumental - auf das, was Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre Emocore hieß. Kleine Momente zwischen den Orten, zwischen den Plattenrillen, auf dem Cover (eine Amsel hat einen Nähfaden im Schnabel, der in monatelanger Heimarbeit durch die Pappe gezogen wurde), die sich gerade deshalb richtig anfühlen, weil sie nicht bombastisch in dein Leben brechen. Und so transportieren Radio Burroughs eine kritische Grundhaltung, ja, mithin sogar so etwas wie eine Attitüde formerly known as Punk/Hardcore, und zeigen, dass diese nicht immer in brachialem Soundchaos enden muss. Pathetischer Epilog: Als ich vor einiger Zeit in der Hasenheide lag, den Jongleuren beim Jonglieren, den Trommlern beim Trommeln, den Weltverbesserern beim Weltverbessern zusah, wühlte ich in meiner Tasche und fand ein Buch, das ich am Abend zuvor blind aus dem Regal gefischt hatte: "Der Aufbruch nach Turku" von Hubert Fichte, sein Einstieg in die Literatur, ein paar Gesachichten, Schnappschüsse, Fragmente, fast manuskripartig. Schüchtern, ohne großen Aufwand, ohne den schielenden Blick auf deutsche Großerzählungen, beschreibt er hier seine Zeit in einem Kinderheim in Nordschweden. Ich las die ersten Zeilen der Geschichte "Lef", in dem sich Fichtes Held Axel nach seiner Ankunft in Schweden zurechtzufinden versucht. Ganz behutsam. Fast schüchtern nähert er sich seiner neuen Umgebung, seinen Mitmenschen. Da sind die Seen und da ist Lef, dieser Junge, der aussieht wie James Dean, dessen Haar so schön duftet, er möchte ihn allzu gerne kennenlernen. Alles, Gespräche, Blicke, Berührungen könnten bekannt sein, es könnte alles Routine sein. Doch alles bleibt fremd, durch neue Räume, und gerade deswegen aufregend und erfahrbar, niemals perfekt, niemals ganzheitlich zu erfassen. Bei jedem Satz, den ich las, musste ich an diese großartige, herrlich unprätentiöse Mini-LP von Radio Burroughs denken, die fast genauso unaufgeregt, ja, gewissermaßen auch schüchtern, doch zugleich so nah und fordernd und neugierig in mein Leben trat.
Review by Blueprint-Fanzine
Umhüllt von sehr liebevoll und schön gestaltetem Artwork finden sich acht Songs einer Berliner Indieband, die zu beeindrucken weiß. Auf Postcore-Basis erfinden sie den Pop für sich neu, unvorhersehbar und mitreißend, ohne auch nur einen überflüssigen Ton. Sowohl die genügsame Instrumentalisierung als auch der eingängige und doch kaum fassbare Sprechgesang von Jeanette Bielau zielen auf die Schaffung einer gefühlsgeladenen Atmosphäre, wobei es zu gelegentlichen emotionalen Ausbrüchen kommt. Der Gesang lässt sich gut mit dem von Jana der Tourgenossen Petethepiratesqui vergleichen, welcher mich ähnlich fasziniert. Zu erwähnen ist auch noch das großartige Hot Chip-Cover „Just like we break down", mit dem die Platte abschließt.
Review by Ox-Fanzine
Endlich eine Platte, bei der der rote Faden nicht verloren geht - sowohl bildlich als auch tatsächlich! Bei dem schönem Vogelcover ist doch tatsächlich ein Stück rote Schnur durchgestantzt - supi Sache (bin ich zu begeistert für so ne Kleinigkeit? Ne, wir sollen uns doch über die kleinen Dinge im Leben freuen) Naja, jetzt aber auch zur Musik: emotional und leicht melancholisch gehts in den Frühling wobei eine kaum zu greifende Leichtigkeit das ganze Album beschwingt. Die recht einfach und stressfrei gehaltene Instrumentalisierung tut dabei sein bestes um möglichst Oldschool daherzukommen - was auch geschafft wird! Klingt manchmal ein wenig nach reduzierten, in die jetzige Zeit versetzten Fugazi mit weiblichem Gesang. Tolle Platte die sowohl Emocore- als auch Postcorefreunde begeistern wird! Inkl. Downloadcode!
Review by Flight 13